Gestern trieb es uns in die Vorpremieren-Vorstellung von „Terminator die Erlösung“. Und eines muss vorab erwähnt werden. Er ist anders als die ersten drei Teile: Schwarzenegger spielt nicht mehr die Hauptrolle, der Film spielt komplett in der Zukunft, die alte Handlungs-Schablone (ein Terminator wird in die Vergangenheit geschickt um ein Mitglied der Familie Connor zu töten, der Wiederstand schickt einen Soldaten/Terminator als Beschützer hinterher, –> Hetzjagd + Duell der Zeitreisenden) wird nicht mehr benutzt. Aber eins nach dem anderen.
Der Film spielt im Jahre 2018, also nur wenige Jahre nach dem Tag des jüngsten Gerichts, an dem der Supercomputer Skynet die Menschheit als potenzielle Bedrohung ansah und einen nuklearen Krieg begann, der die Erde weitestgehend in eine apokalyptische Einöde verwandelte. Der Wiederstand der Menschen führt Krieg gegen die Maschinen und versucht an Informationen zu kommen, die das baldige Ende dieses Krieges herbeiführen sollen. John Connor – gespielt von Christian Bale – ist einer dieser Krieger, also nicht mehr das ungeborene Kind/der Teenager/der junge Mann, der in den ersten drei Teilen das Primärziel des jeweiligen Terminators darstellte. Allerdings ist der auch noch nicht der große Anführer des Wiederstands, als der er schon im ersten Film von James Cameron geprießen wird. Diese Entwicklung geschieht erst im Laufe des Films. Skynet ist derzeit mit Hilfe von Hunter-Killer, Terminator, Autoterminator und Co. auf der Jagd nach lebenden Menschen, die er für die Produktion seines neuesten Terminators benötigt. Das Modell T-800 (Schwarzenegger in den alten Filmen) ist ein kybernetischer Organismus überzogen mit menschlichem Gewebe, die perfekte Infiltrationsmaschine. Der wichtigste unter den Gefangenen, die John Connor aus der Skynet-Zentrale befreien will, ist Kyle Reese… ja, genau… der Soldat der im ersten Teil in die Vergangenheit geschickt wird, um Arnie den Arsch zu versohlen, ganz beiläufig noch Sarah Connor schwängert und somit zu John Connors Vater wird. Doch so einfach kommt Connor nicht bei Skynet rein. Der Schlüssel zum Erfolg ist Marcus Wright, ein zu Tode verurteilter Schwerverbrecher. Kaum der Giftspritze zum Opfer gefallen (im Jahre 2003) wurde sein Körper für Forschungszwecke von Cyberdyne Systems weiterverwendet und siehe da, im Jahre 2018 läuft er als Hybrid – halb Mensch halb Maschine – durch die Gegend ohne davon zu wissen, was aus ihm und der Welt geworden ist. Im Gegensatz zu anderen Terminatoren hat er ein menschliches Herz – also ein T-800 mit eklatanter Schwachstelle – um es mit den Worten einer Maschine zu sagen
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Die Tatsache, dass John Connor, dem von Anfang an Terminatoren nach dem Leben trachteten, Marcus Wright – einer Maschine – vertrauen muss, um die Überlebenden aus der Skynet-Zentrale zu befreien, ist einer der wenigen guten Momente des Films, die nichts mit Action und Spezial-Effekten zu tun haben. Keine Frage, der Film hat alles, was Action-Fans wollen und mit Spezial-Effekten wird auch nicht gespart, ein echtes Action-Spektakel der feinsten Sorte eben. Aber gerade weil der Film den Krieg zwischen Mensch und Maschine behandelt, fehlen in diesem Zusammenhang die Geschichten um die einzelnen Menschen: Wie geht John Connor mit der Heilsrolle um, die er geradezu aufgedrängt bekam? Wie erlebt er die Begegnung mit Kyle Reese – seinem eigenen Vater – den er später wissentlich in die Vergangenheit schicken wird, wo ihm der sichere Tod bevorsteht? Auch das Drama des Marcus Wright, der begreifen muss Produkt des ultimativen Bösen zu sein und vielleicht sogar dazu diente, Connor in die Höhle des Löwen zu locken, wird nur in aller Kürze beläuchtet. Hinzu kommt die Liebe zwischen Mensch und Maschine (Pilotin Blair und Marcus) als Randhandlung. Alles in allem ist Terminator – Die Erlösung mit seinen Actionsequenzen, die kaum Verschnaufpausen lassen, eine Technikdemonstration, die eine zeitweise zähe Handlung mit Effekten zu füllen versucht und dadurch seinen Unterhaltungswert erhält. Deswegen hat der neue auch nicht ganz den Charme, Witz und die Spannung der alten Filme (trotz Chameo-Auftritt von Schwarzenegger!). Dennoch steckt mehr Potenzial in der Terminator-Zukunft und gerade deshalb besteht noch viel Hoffnung für die zwei folgenden Filme, die eine zweite Trilogie komplettieren sollen.
Bildquelle: http://www.moviereporter.net/posters/0005/4533/Terminator_Die_Erloesung_Poster.jpg